Jobs als Freiberufler finden

jobsucheFreiberufler sind nicht immer so gut im Geschäft, dass sie auf keinerlei Jobsuche angewiesen sind und die Aufträge einfach aufgrund der Weiterempfehlungen von zufriedenen Kunden ins Haus flattern.

Weitaus häufiger ist es so, dass auf dem heiß umkämpften Markt die Frage steht:

Woher Aufträge nehmen und nicht stehlen?

Und selbst das ist meist keine Option, denn wer kennt als Freiberufler schon einen anderen in der Branche, dem er die Aufträge wegnehmen könnte oder wollte?

Es heißt also, sich selbst auf die Suche zu begeben und Jobbörsen und Projektnetzwerke zu durchforsten.

Hin und wieder kann sich damit die Chance ergeben, auf ein tolles Projekt zu stoßen.

Wo können Sie die Job-Suche starten?

Blindbewerbungen sind für die meisten Freiberufler nicht wirklich geeignet, da sie oft projektbezogen arbeiten wollen oder gesucht werden.

Es kann zwar helfen, interessante Unternehmen und Agenturen mit Werbeflyern und Broschüren zu versorgen – ob diese dann allerdings einen Auftrag platzieren, ist nicht sicher.

Besser ist es, sich aktiv auf die Suche zu begeben.

Hier kommen die verschiedenen Jobbörsen ins Spiel, die im Internet gefunden werden können.

Der freiberufliche Grafiker, der freie Journalist oder selbstständige Übersetzer bewirbt sich hier aktiv auf ausgeschriebene Projekte und kann teilweise sogar sehen, wie viele Mitbewerber er hat.

Das Problem dabei ist, dass die Anzahl der Konkurrenten oft sehr hoch ist, was durchaus entmutigend sein kann.

Außerdem verlangen die Ausschreibenden oft, dass ein Wort- oder Seitenpreis genannt wird.

Nun stellt sich die Frage:
Ist es gut, den Preis möglichst niedrig anzusetzen, damit die Konkurrenz außen vor bleibt?

Das birgt natürlich die Gefahr, dass die Sache ins Bodenlose ausartet und sich der Freiberufler unter Wert verkauft.

Durch die Bearbeitung von Projekten fallen Kosten an – diese müssen plus einem angemessenen Gewinn wieder hereingeholt werden.
Es bringt daher nichts, den Preis besonders tief anzusetzen.

Lesen Sie auch hierzu unseren Beitrag: Minimales Honorar und Dumpinghonorar

Die Falle der Vorarbeit

Viele Unternehmen und Agenturen, die Projekte ausschreiben, verlangen Vorarbeiten.

So muss ein Texter zum Beispiel eine Gliederung zum Bearbeitungsthema anfertigen.

Diese Gliederung ist nicht detailliert genug, muss also überarbeitet werden.

Dann werden Referenzen verlangt, Telefongespräche geführt – mit dem Ergebnis, dass der Auftrag an einen anderen Texter vergeben wird.

Es wurden zwei Stunden Zeit investiert mit einem Ergebnis, welches nicht zufriedenstellend sein kann.

Für Freiberufler gilt daher die Empfehlung, nicht zu stark in Vorleistung zu gehen, wenn diese explizit ohne Honorar erbracht werden muss.

Sicherlich muss der geschilderte Fall nicht üblich sein, doch es wird immer wieder über solche Vorfälle berichtet.
Ein wenig Skepsis ist durchaus angebracht.

Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften

Auch in Zeitungen und Zeitschriften werden Jobs für Freiberufler ausgeschrieben.

Wer freiberuflich jobben möchte, sollte den allgemeinen Anzeigenteil der Printmagazine durchforsten, teilweise ist auch ein separater Markt für Selbstständige und Freiberufler ausgewiesen.

Hier finden sich oftmals tolle Angebote – zu nicht ganz so tollen Honoraren.

Wenn ein Texter für einen Cent pro Wort oder ein Journalist für 10 Cent pro zeile arbeiten soll, rechnet sich die Sache für den Freiberufler kaum.

Hilfreich kann es sein, selbst eine Anzeige als Freiberufler aufzugeben.

Diese muss nicht einmal zwingend auf die eigene Region beschränkt sein, denn die meisten Aufträge werden heutzutage ohnehin über das Internet abgewickelt.

Direkte Kundengespräche sind kaum mehr nötig, daher können Sie ruhig deutschlandweit oder allgemein im deutschsprachigen Raum suchen, wenn Sie Ihre Leistung nur in deutscher Sprache anbieten.

Für Leistungen, die auch in Fremdsprachen erbracht werden, gibt es kaum regionale Einschränkungen.

Suchen Sie intensiv auch in Branchenbüchern nach Werbeagenturen.

Solche beschäftigen immer wieder Werbetexter und Werbelektoren, sodass hier Blindbewerbungen durchaus erfolgreich sein können.

Achten Sie darauf, ein möglichst umfassendes Portfolio zu haben und auf diverse Referenzen verweisen zu können.

Jobs über Verbände und Organisationen finden

Zahlreiche Freiberufler sind in Verbänden organisiert.

So gibt es die Ärzte- und die Anwaltskammer, die auf ihren Internetseiten eine Jobbörse anbieten.

Hier werden nicht nur feste Stellen in Krankenhäusern oder Kanzleien offeriert, sondern es geht zum Beispiel auch um Unternehmensübernahme.

Wenn eine Praxis oder Kanzlei beispielsweise aus Altersgründen zur Abgabe ansteht, kann dies die ideale Möglichkeit für einen Existenzgründer sein, endlich auf eigenen Beinen zu stehen.

Der Vorteil:
Patienten und Klienten müssen erst einmal nicht gesucht werden, weil der feste Patienten- und Mandantenstamm zumindest zum großen Teil übernommen werden kann.

Solche Möglichkeiten haben Freiberufler aus dem Medienbereich allerdings kaum.

Doch auch sie können sich beispielsweise im Verband der Journalisten oder der Übersetzer organisieren bzw. auf den Seiten der Verbände Hilfe finden.

Für umfassende Auskünfte ist oftmals die Mitgliedschaft in einem solchen Verband nötig, allerdings sind die Jahresgebühren vergleichsweise gering und darüber hinaus als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag: Betriebsausgabe Berufsverband, Kammer, Verein

Zahlreiche Projekte sind bei Organisationen und Verbänden ausgeschrieben und warten darauf, von Ihnen gefunden zu werden.

Allerdings gilt auch hier, dass die Zahl der Mitbewerber mitunter recht hoch sein kann.

Kann ein Headhunter und Vermittler bei der Jobsuche helfen?

Wie für zahlreiche andere Berufe und Branchen auch gibt es für Freiberufler, die nach Jobangeboten suchen, entsprechende Vermittler.

Diese Freiberuflervermittler sind in der Regel über das Internet zu finden.

Für Sie als Freiberufler ist die Nutzung der Leistungen eines Headhunters oft kostenlos, weil dieser sein Geld durch den Auftraggeber erhält.
Schließlich hat dieser den Headhunter damit beauftragt, einen Profi für ein Projekt zu finden.

Die Chance für „kleine“ und unbekannte Freiberufler, über einen solchen Headhunter gefunden zu werden, ist allerdings verschwindend gering.

Hier zählen Referenzen und der gute Name in der Branche.
Freiberuflervermittlungen gibt es allerdings auch in der Art, dass diese eine feste Anlaufstelle bilden und im Prinzip mit den Arbeitsagenturen für Angestellte vergleichbar sind.

Dort werden alle Arten von Freiberuflern gesucht – Grafiker, Übersetzer, Dolmetscher, Texter, Autoren, Lektoren, Steuerberater, Rechtsanwälte, Ärzte, Zahnärzte usw.

Übrigens kann es eine gute Idee sein, auf den Seiten der Arbeitsagentur nach Stellen zu suchen, die eigentlich mit einem Angestellten besetzt werden sollen.

Wenn die suchenden Unternehmen keine geeignete Person finden, die sie fest einstellen können, lassen sie sich oftmals darauf ein, einen Freiberufler zu beauftragen.

Das kann Ihr Schritt in die richtige Richtung sein!

Bewerben Sie sich einfach auf eine solche Stelle, jedoch nicht im Angestelltenstatus, sondern als freier Mitarbeiter.

Erwähnen Sie dabei den Fakt, dass Sie auf Honorar arbeiten und dass Sie sofort zur Verfügung stehen.

Mitunter lassen sich dadurch sehr lukrative und interessante Projekte akquirieren, die sogar Folgeaufträge und Empfehlungen in der Branche nach sich ziehen.

Nutzen Sie Ihre sozialen Netzwerke!

In Zeiten von Facebook, XING und Co. ist es ein Leichtes, beruflich neue Perspektiven zu entwickeln.

Stellen Sie sich in den Netzwerken vor und achten Sie immer darauf, dass Sie hier vertrauenswürdig erscheinen.
Gerade bei Facebook kann es sinnvoll sein, sich ein zweites Profil anzulegen.

Über das eine sind Sie privat erreichbar und posten auch den einen oder anderen Unsinn. Das andere Profil bleibt Ihnen beruflich vorbehalten.

Fordern Sie zu „Likes“ auf, posten Sie interessante Beiträge und teilen Sie Statusmeldungen Ihrer Partner.
Es gibt viele Möglichkeiten, hier Werbung für das eigene Unternehmen zu machen, auch wenn dieses nur aus Ihrer Person besteht.

Achten Sie darauf, dass Sie immer seriös wirken und verwenden Sie den Namen, unter dem Sie auch beruflich agieren.

Achten Sie auf Ihre Äußerungen im Netz, denn die Recherche über einen potenziellen Freiberufler, der in der Agentur beschäftigt werden soll, beginnt heute immer im Internet.

Sie können über die sozialen Netzwerke mit anderen Freiberuflern in Kontakt kommen und gemeinsam an Projekten arbeiten.
Es können Freiberufler-Kooperationen entstehen, auf die sich später noch aufbauen lässt.

Nehmen Sie umfangreiche Projekte zur Bearbeitung an und suchen Sie nach Subunternehmern, die Ihnen bei der Fertigstellung helfen.

Wenn Sie soziale Netzwerke nutzen, sollten Sie diese immer mit der eigenen Homepage verbinden. So ergeben sich interessante und vor allem sehr kostengünstige Marketingmöglichkeiten für Sie.

Wenn alles nichts hilft

Die Jobbörsen sind voll von interessanten Projekten – ob diese allerdings immer Ihre finanziellen Vorstellungen treffen, sei einmal dahingestellt.

Nun kann es sinnvoll sein, auch einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, wenn sich dadurch ein Folgeauftrag ergeben kann.

Sie müssen lernen, wie Sie herausfinden können, ob es sich um einen einmaligen Auftrag handelt oder um eine Art Probeprojekt, das später weiter ausgebaut werden kann.

Meist wird so etwas bereits im Beschreibungstext erwähnt.

Arbeiten Sie lieber mit Agenturen als mit Privatpersonen zusammen, wenn Sie die Wahl haben und das jeweilige Projekt ohnehin schlecht bezahlt ist.

Aus der Kooperation mit Agenturen kann sich immer noch eine weitere Zusammenarbeit oder wenigstens eine Empfehlung ergeben. Außerdem sind die Projekte meist langfristiger und umfangreicher.

Melden Sie sich bei Vermittlungsplattformen an, die es für zahlreiche freie Berufe wie vor allem für Texter, Korrektoren und Lektoren in großer Zahl im Internet gibt.

Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie aus einem Auftragspool wählen können.

Ihr Auftraggeber beauftragt nicht Sie direkt, sondern das Portal und zahlt auch das Geld an dieses. Das Geld für den einzelnen Auftrag bekommen Sie durch das Portal ausgezahlt. Sie laufen daher nicht Gefahr, Mahnungen schreiben zu müssen oder Ihr Geld vielleicht gar nicht zu bekommen.

Allerdings sind Sie in vielen Fällen an die gebotenen Preise gebunden und können kaum freie Preisverhandlungen führen.

Je nach eigenem Anspruch können diese Plattformen sehr lukrativ und einfach oder eben zu stark einengend sein.

Das Ausprobieren lohnt sich aber spätestens in dem Fall, wenn sich anderweitig keine freiberuflichen Jobs ergeben und folglich auch keine Kontakte oder Folgeprojekte ins Haus flattern können.

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