Minimales Honorar für Freiberufler – Dumpinghonorar

Häufig nehmen Freiberufler jeden Auftrag an, einfach aus Angst, sie würden ihr wöchentliches oder monatliches Ziel die Einnahmen betreffend nicht erreichen.

Das ist aber ein Fehler. Denn in der Regel ist es so, dass sich ein Freiberufler die Chance auf einen sehr guten Auftrag verbaut, wenn er jeden Auftrag annimmt, egal, welche Qualität dieser hat.

Man denke nur einmal an schlecht bezahlte Aufträge, die einen enormen Arbeitsaufwand haben.

Bei ihnen ist es häufig der Fall, dass das Honorar, das mindestens 50 Euro die Stunde betragen sollte, auf zwanzig Euro oder noch weniger zusammenschrumpft.

dumping-honorarIn der Zeit, die für die Bearbeitung eines solchen Auftrages draufgeht, könnte ein Freiberufler auch gut neue Kunden akquirieren oder sich nach neuen Kontakten umsehen. 

Auch verwalterische Aufgaben oder Marketingmaßnahmen werden gern zu Gunsten einiger Aufträge verschoben, was aber keinesfalls als sinnvoll zu bezeichnen ist.

Es ist am Ende so, dass der Freiberufler für immer weniger Geld immer mehr Zeit investieren muss.

Der Arbeitsaufwand steigt also, die Einnahmen sinken. Außerdem wird so ein Teufelskreis betreten.

In der Zeit, die für die Bearbeitung wenig lukrativer Aufträge investiert werden muss, können keine guten Aufträge gefunden oder bearbeitet werden.

Werden keine solchen bearbeitet, folgen auch keine guten Aufträge nach.

Ein minimales Honorar sollte jeder Freiberufler für sich festlegen

Nur so kann er seine Betriebsausgaben und privaten Ausgaben decken und er befindet sich damit auch in der Position einen Auftrag einmal abzulehnen.

Denn hier liegt die Freiheit des Freiberuflers:
Er sollte Aufträge, die für ihn eher zum Schaden als zum Nutzen sind, ablehnen können. Das geht aber nur mit einem gewissen Kreditrahmen, der für die Überbrückung von mindestens sechs Monaten ausreichend ist.

Das minimale Honorar muss demnach die Kosten für die betrieblichen Ausgaben decken, darüber hinaus muss es für die soziale Absicherung des Freiberuflers ausreichend sein.

Gehen Sie mit dem Honorar nie an Ihre Schmerzgrenze – akzeptieren Sie keine Dumpinghonorare

Die Schmerzgrenze der meisten Freiberufler liegt bei der Deckung der genannten Kosten.

Alles, was eingenommen wird und über diese Grenze hinaus geht, wird schon als Gewinn verbucht. Allerdings ist dem nicht ganz so, denn auch die Lebenshaltungskosten des Freiberuflers wollen getragen sein. Er sollte sich daher zum Ziel machen, sein einmal festgelegtes minimales Honorar bzw. ein Dumpinghonorar nicht zu unterschreiten.

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